"Die Versuchskaninchen sind ausgebrochen"

Im Rahmen einer stimmungsvollen Entlassfeier in der Stadthalle wurden am Freitagabend 66 Schülerinnen und Schüler mit der "Mittleren Reife" aus der Realschule verabschiedet. "Die Versuchskaninchen sind ausgebrochen" hatten sich die Schüler als Motto für diese Feier ausgedacht, um so deutlich zu machen, welche Neuerungen und Veränderungen im Verlauf ihrer Realschulzeit auf sie zukamen - bis zur neuen Prüfungsordnung mit "FÜK", der Fächerübergreifenden Kompetenzprüfung.

Unter Leitung von Patrick Groß eröffnete das Orchester der Realschule das Programm des Abends mit dem Beatles-Evergreen "I`m a believer". Nach der Begrüßung durch Konrektorin Christel Göttlich und einem weiteren Musikstück folgte die Ansprache von Rektor Gebhard Glaser. "Mit Mut, Engagement und Optimismus die Chancen nutzen" war sein Thema, das er gleichzeitig als Aufforderung an die 66 Entlassschüler richtete. Er gratulierte ihnen zum beachtlichen Notendurchschnitt von 2,6, der deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt, 17 Schüler hatten einen Schnitt von 2,0 und besser erreicht. "Ihr seid der erste Jahrgang in der Geschichte der Realschule, der einige Jahre dreizügig war und sich neben dem neuen Bildungsplan und der neuen Prüfungsordnung mit Begriffen wie GFS ( gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen), Eurokomprüfung (europäische Kommunikationsfähigkeit) und FüP (fachinterne Überprüfung) herumschlagen musste", betonte er und gratulierte ihnen und ihren Eltern zu den guten Ergebnissen. Diese bieten einen guten Einstieg zu einem qualifizierten Ausbildungsberuf oder zu einer weiteren schulischen Laufbahn, betonte er, rund 30 Prozent der Realschüler machen noch das Abitur. Der Realschulabschluss sei gleichsam ein stabiles und gutes Fundament, auf dem jeder sein "Haus der Zukunft" aufbauen kann. Jetzt sei es erforderlich, mit Mut und Selbstvertrauen, mit Optimismus und Neugier, vor allem aber auch mit Eigeninitiative, Stehvermögen und einem Stück Gelassenheit die sich bietenden Chancen zu nutzen. Wichtig sei es aber auch, über den beruflichen Bereich hinaus Räume und Nischen einzuplanen, wo man Entspannung finden und Kraft tanken kann sowie Gespräche mit Menschen führt, sich ehrenamtlich engagiert. Für ihr weiteres Lebens wünschte er den Entlassschülern viel Erfolg und Freude.
Für den Elternbeirat machte die Vorsitzende Doris Hertweck deutlich, dass die Entlassschüler nun vor neuen Herausforderungen stehen. Jetzt gelte es, neue Orientierungspunkte zu suchen und das Leben in die richtigen Bahnen zu lenken. Auf diesem Weg wünschte siue ihnen alles Gute.

Die Theater-AG hatte mit Felix Schneyer das Gedicht "Erlkönig" in einen Rap umgewandelt und bekam für diesen Beitrag viel Beifall.

"Es erfüllt mich als Schulträger mit Stolz, in diesen Tagen zu den Abschlussfeiern der Schulen zu gehen", hob Bürgermeister Michael Welsche in seinem Grußwort hervor. In ihrer Schulzeit haben die Entlassschüler erlebt und gelernt, dass Teamfähigkeit und Fleiß wichtige Eigenschaften sind, Bei dieser Gelegenheit wies er auf ein neues Team hin, den Jugendgemeinderat, und appellierte, sich auf diesem Wege für die Interessen der Jugend einzubringen. Eine große Priorität habe in der Arbeit des Gemeinderats das Ziel, den Schulstandort zu stärken und unter anderem eine Ganztagsschule in offener Form zu schaffen. Dies sei ein wichtiges Projekt und eine sinnvolle Investition für die Jugend der Stadt.

Es folgten temperamentvolle Liedbeiträge des Chors, unter Leitung von Annette Kleitsch erklangen "We are family" und "Anywhere anyplace". Mit einer Tanzeinlage der 6b verbunden war der starke Vortrag von Clarice Quissua und Le Minh-Duc. Zwischen den Beiträgen teilten die Klassenlehrer Peter Seger, Petra Bürkle und Harald Schilling die Abschlusszeugnisse aus, außerdem konnten die erfolgreichsten Schülerinnen ihre Preise und ihre Urkunden mit einem Lob in empfang nehmen. Den Preis für die beste Leistung in Technik überreichte Uli Scheer, Ausbildungsleiter bei der Partnerfirma der Schule, den Technischen Werkstätten Zimmer. Mit "Ihr wart unsere Zehner" endete der erste Programmteil.

Nach der Pause gestalteten dann die Abschlussklassen das Programm. In ihrer Abschlussrede blickte Janina Zimmer auf die abwechslungsreichen Jahre zurück, anschließend vergaben Sprecher der drei Klassen Geschenke an ihre Lehrer. Mit einem Theaterstück, das Janina Zimmer zusammengestellt hatte, wurde das Motto von den "Versuchskaninchen" auch sehr anschaulich auf die Bühne gebracht. Den Abschluss bildeten dann Bilder aus der Schulzeit der drei Klassen und ein Tanz, den Corinna Kress mit Mädchen der 10. Klassen einstudiert hatte. Die Entlassschüler verabschiedeten sich dann mit ihrem Abschlusslied: "Ich erinner mich gern an die Zeit".