Die Realschule kehrt zu ihren Wurzeln zurück

Mit einer Feierstunde in der Aula feierte die Realschule am Freitagvormittag ihr 40-jähriges Bestehen. Neben den Eltern, Schülern und Lehrkräften hieß Rektor Gebhard Glaser zahlreiche Gäste willkommen, unter ihnen auch seinen Vorgänger Helmut Mink, der die Schule 19 Jahre lang leitete und maßgeblich zu ihrer positiven Entwicklung beitrug. Grußworte galten den Vertretern der Partnerschule aus Soufflenheim mit Madame Madenberg an der Spitze, vom Schulträge war Bürgermeister-Stellvertreter Bernd Keck und von den Rheinauer Schulen die Schulleiter mit der geschäftsführenden Schulleiterin Helga Dolisi an der Spitze dabei.

Eröffnet wurde die Feierstunde vom Orchester unter Leitung von Markus Göpper. In seinem Grußwort erinnerte Gebhard Glaser an die Einrichtung einer Mittelschule in Freistett und an die sehr positive Entwicklung dieser Einrichtung, die nicht zuletzt auch an der Entwicklung der Schülerzahlen abzulesen ist. Deutlich machte er, dass die Realitätsorientierung der Realschule auch in Zukunft eine offene Einstellung erfordert, was neue Herausforderungen und Erfordernisse der Zeit angeht. Als Beispiel nannte er das pädagogische Konzept für eine offene ganztägige Betreuung mit Mittagstischangebot, das gemeinsam mit der Hauptschule erarbeitet wurde. Sein Dank galt Stadtverwaltung und Gemeinderat für das offene Ohr und er hoffte, dass nach der Priorität auf dem Schulstandort Rheinbischofsheim und dem Gymnasium nun auch die Realisierung der Konzepte am Schulstandort Freistett in den Vordergrund rückt. "Unser Ziel ist es zu erreichen, dass die jungen Menschen sich in einer ständig in Veränderung befindlichen Welt zurechtfinden können", zitierte er einen der Leitsätze und dankte für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Förderverein. Was in Zukunft noch verstärkt wird sind Kontakte und die Zusammenarbeit mit weiteren außerschulischen Partnern, schloss er und dankte den Vertretern der Banken und der Firmen nicht zuletzt auch für die Unterstützung beim Schulfest.

"Die Realschule gestern, heute und morgen" war das Thema der Festrede von Schulrat Wolfgang Zink, der die Glückwünsche des Amtes für Schule und Bildung überbrachte. Mit einignen Schlagzeilen und Blitzlichtern aus dem Jahr 1967 zeigte er den Zeitgeist auf, der gerade Mitte bis Ende der 60-er Jahre zu einem "Boom" der Schulart Realschule führten. Zwei entscheidende Impulse stellte er besonders heraus: einmal den sozialen Druck mit der Forderung nach besseren Bildungschancen und mehr Bildungsgerechtigkeit für alle, andererseits auch die ökonomische Notwendigkeit und die Forderungen der Wirtschaft. Als Aufgabe der Mittelschule wurde es damals formuliert, jungen Menschen die Voraussetzung für Berufe zu vermitteln, die erhöhte Anforderungen an Selbständigkeit, Verantwortung und Menschenführung verlangen. Ziel sollte es sein, sich an der Lebens- und Arbeitswelt zu orientieren. Zink zeigte auf, dass die Realschule dann stärker "verwissenschaftlicht", wurde, eine Folge der neuen Lehrerausbildung, und wie dann dieser Entwicklung mit neuen Bildungsplänen entgegengesteuert wurde. Als Beispiele nannte er die Einführung der Wahlplflichtbereiche und der Berufsorientierung im Bildungspplan 1994/95 und weitere Veränderungen, sich sich mit der Einführung themenorientierter Projekte und neuer Fächerverbünde zeigte. "Die Realschule kehrt heute zu ihren programmatischen Wurzeln zurück", betonte er. Ziel müsse es sein, die Praxisorientierung weiter zu verstärken. Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben, wie sie auch in Freistett eingeleitet sind, seien hier ein guter Weg. Er gratulierte der Realschule zum runden Geburtstag und wünschte, dass die Offenheit für neue Aufgaben und Ziele auch weiterhin besteht - zum Wohl der Schülerinnen und Schüler.


Es folgten Liedvorträge des Projektchors unter Leitung von Annette Kleitsch, unter anderem mit einemn Wanderlieder-Potpourri und einem Medley mit Melodien von Boney M. Auf die längste Dienstzeit an der Realschule Rheinau kann Klaus Schoenenberg zurückblicken, er ließ, illustriert mit Bildern aus diesen Jahren, die Entwicklung der Schule auch optisch lebendig werden. Bürgermeister-Stellvertreter Bernd Keck hatte vor 40 Jahren die Gründung der Schule selbst miterlebt und berichtete mit einigen Anekdoten aus dieser Zeit. Dass es in all den Jahren auch zu Differenzen zwischen Schulleitung und Schulträger kam zeigte er anhand der Entwicklung der Schülerzahlen und des Einzugsgebiets. So wurden einige Jahre keine Schüler aus dem Raum Kehl aufgenommen werden, weil dort Schulraum leer stand und in Rheinau noch größer hätte gebaut werden müssen. Keck freute sich über die gute Infrastruktur der Realchule und das hohe Ansehen, das die Schule über Rheinau hinaus besitzt. Gemeinsam werde es auch in Zukunft möglich sein, Lösungen zu finden, die allen gerecht werden - Schülerinnen und Schülern, Lehrerern und Eltern, aber auch der Stadt. Für diese Zukunft wünschte er der Realschule alles Gute.


Für den Elternbeirat gratulierte Doris Hertweck zum Jubiläum. Die große Zahl erfolgreicher Schulabgänger und das Interesse der örtlichen Firmen an Auszubildenden aus der Realschule zeige den guten Ruf der Schule, nicht zuletzt geprägt von der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Als Vorsitzende des Fördervereins zeigte Martina Hartmann die vielen Aktivitäten auf, die seit der Gründung gemeinsam bewirkt werden konnten, Beispiele waren die Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften wie Bläser-AG und der Haushaltsführerschein. Zusammen mit Doris Hertwig wünschte sie der Schule Glück für die Zukunft und als gemeinsames Geschenk von Elternbeirat und Förderverein symbolisch ein Schweinchen - mit dem Gutschein für ein Spanferkel, das Schulleitung und Lehrerschaft bei Gelegenheit verzehren können. Rektor Glaser bedankte sich und lud dazu spontan auch den Elternbeirat ein.


"Die Rheinauer Schulen pflegen ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis", betonte Helga Dolisi im Namen der Schulleiter-Kolleginnen und -kollegen. Gemeinsames Ziel sei es, "Rheinau zu einer blühenden Schullandschaft" zu machen. Als Geschenk überreichte sie Gebhard Glaser einen Gutschein für einen Baum, der gepflanzt werden und auch in Zukunft an dieses Jubiläum erinnern soll. Nach einem "TANZ durch die Jahrzehnte" der Projekttanzgruppe unter Annette Kleitsch setzte das gemeinsame Lied "40 Jahre Realschule" den Schlusspunkt unter die würdige Feierstunde.