Realschüler erkunden die Arbeitswelt
Eine Woche lang haben die Neuntklässler der Realschule Freistett die Arbeitswelt
kennengelernt. Das Projekt Berufsorientierung für Realschulen (BORS) findet jedes
Jahr statt. Wie erwartet sind die Schüler am Ende der Praktikumswoche um viele
Erfahrungen reicher.
Fünf volle Arbeitstage verbrachten die Neuntklässler unserer Schule in einem
Betrieb in der Umgebung. Unter dem Projekt "Berufsorientierung Realschule" konnten
die Schüler der Klassenstufe 9 in einem Betrieb ihrer Wahl arbeiten und vor allem
zusehen, was in den jeweiligen Branchen von Bedeutung ist. Doch bevor sie ins
Berufsleben einsteigen, mussten die Schüler selbstständig einen Praktikumsplatz in
ihrer Nähe suchen und sich gegebenenfalls bewerben. Nach der ein oder anderen Absage
fand jeder einen Beruf, der ihn anspricht.
Wie man sich bewirbt
Während der Schulzeit erfuhren die Schüler von ihren Lehrern, wie man sich bewirbt
und wo es noch freie Stellen für Praktikanten gibt. Auch über die aktuelle Arbeitswelt
und Berufslage wurden sie gut informiert. Die Schüler fanden sich in völlig
unterschiedlichen Branchen wieder, unter anderem in einem Fotostudio, als Mechaniker,
Arzthelfer, Journalist oder auch als Krankenschwester.
Auch die Arbeitszeiten waren gänzlich unterschiedlich. Während die einen um 6 Uhr
in der Frühe mit der Arbeit begannen, fuhren andere erst um 11 Uhr zum Praktikumsplatz.
In verschiedenen Städten und Gemeinden der Ortenau kamen sie unter, wie zum Beispiel in
Linx, Kehl, Freistett, Rheinbischofsheim, Achern, Offenburg und einigen mehr. "Der
ungefähre Verbreitungsradius dürfte von der Schule aus 30 Kilometer betragen sagt
Wolfgang Beyrer.
Trotz der teils langen und anstrengenden Arbeit hatten die Schüler eine Menge Spaß
und lernten ihre Wunschberufe genauer kennen. "Die Kollegen waren sehr nett zu mir und
haben mir bei Problemen gerne geholfen" meint Ann Christin Predehl, die ein Praktikum
als Reisebürofachfrau absolvierte. Diese Aussage bestätigten viele andere auch, weshalb
sie ihr Praktikum auch wirklich genossen haben. Auf die Frage hin, ob sich die
Erwartungen an den Beruf erfüllt haben, antworteten die Schüler recht unterschiedlich.
Viele stellten sich ihren Beruf genauso vor, einige andere wiederum hätten gar nicht
erwartet, dass Arbeit so anstrengend sein kann.
Das BORS-Projekt lohnte sich auch für diejenigen, die in dieser Praktikumszeit
feststellten, dass ihr eigentlicher Wunschberuf gar nichts für sie ist. Auch dies
ist eine sehr lehrreiche Erfahrung, da man sich so schon jetzt in anderen Branchen
umsehen kann und sich nicht auf diesen einen Traum festsetzt. So muss man dies nicht
erst in der Lehre erkennen und deshalb einige Jahre eine Arbeit verrichten, die einem
nicht gefällt.
Besonders die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter gefiel den Schülern, da sie so immer
wussten, dass sie nicht alleine sind und man sich um ihre Probleme kümmert.
Tagesprotokolle
Um einen Eindruck zu gewinnen, ob die Schüler auch wirklich aufgepasst und etwas durch
BORS gelernt haben, gaben die Lehrer ihnen einen Erkundungsbogen mit. Hier sollten sie
Fragen beantworten, die sie auch gerne bei ihren Vorgesetzten erfahren konnten. Dieser
Bogen wird von den Lehrkräften eingesammelt und entsprechend benotet. Auch Tagesprotokolle
sind wichtig, damit die Lehrer wissen, was die Schüler gearbeitet haben.
Um mit den Arbeitgebern reden zu können, besuchten die Fachlehrer der Klassen ihre
Schüler am Arbeitsplatz. Selbstverständlich fragten die Lehrer, wie sich ihre
Schützlinge denn so machen. Auch die Schüler selbst wurden in ein Gespräch verwickelt,
um zu sehen, wie ihnen ihr Praktikum gefällt.
Durch BORS sollen die Schüler einen ersten Kontakt zu ihren Wunschberufen aufbauen und
den normalen Arbeitsalltag kennen lernen. Seit 1980 gibt es nun schon dieses Projekt,
seither ist auch Herr Beyrer als betreuender Lehrer mit dabei. "27 Jahre besuche ich
meine Schüler nun schon bei ihren Praktikumsplätzen", erzählte er. 77 Schüler aus den
Klassen 9a, 9b und 9c mussten sich dieses Jahr eine Praktikumsstelle suchen, weit mehr
als üblich. Für gewöhnlich sind es um die 50 Schüler.
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