Verabschiedung von Herrn Rektor Mink

In einer von ihm so gewünschten kleinen Abschiedsfeier an seiner Wirkungsstätte wurde der Rektor der Rheinauer Realschule Helmut Mink in den Ruhestand verabschiedet. Es wurde trotzdem eine große Feier. Eine große Feier deshalb, weil jeder der Anwesenden spüren konnte, dass hier ein Schulleiter verabschiedet wurde, der in all den Jahren jederzeit den beim Amtsantritt im Jahr 1985 formulierten Zielen treu geblieben ist. Ziel sei, so sagte er damals, "dazu beizutragen, dass in einem Klima des gegenseitigen Einvernehmens zwischen Schulträger, Kirchen, Elternschaft und Kollegium die Schüler optimal gefördert werden". Nach 19 Jahren seien diese Ziele immer noch aktuell, seien stets Richtschnur seines Handelns gewesen, wie Konrektor Gebhard Glaser in seiner Begrüßung betonte. Mit seinem offenen, kollegialen und teamorientierten Führungsstil habe er nicht nur für ein gutes Schulklima sondern auch für eine positive Weiterentwicklung der schule gesorgt. "Als Primus inter Pares, wie er sich immer sah, habe er den Lehrkräften die Gewissheit gegeben, ernst genommen zu werden und habe als verlässlicher Partner einfühlsam Höhen und Tiefen mit dem Kollegium gemeistert", bescheinigte Wolfgang Beyrer im Dank des Kollegiums.


Schulamtdirektor Joachim Schwab und Helmut Mink
Die offizielle Verabschiedung erfolgte durch Schulamtsdirektor Joachim Schwab. Durch seine Tätigkeit auf Verbandsebene habe Helmut Mink großen Anteil daran, dass die Schulart Realschule zu einem Erfolgsmodell in Baden-Württemberg geworden ist. "Sie waren mir immer ein vorausdenkender Mitdenker und Dialogpartner" bescheinigte er ihm. "durch Ihr Ohr an der Entwicklung der Zeit haben Sie immer die wichtigen und richtigen Reformbewegungen mit vorgegeben". Und Wenn heute im Vorspann der neuen Bildungspläne die Reduzierung der Fachkompetenz zu Gunsten einer stärkeren Gewichtung persönlicher Kompetenzen steht, "wurde das Ihnen abgeschrieben", so Joachim Schwab. In Anlehnung an seine Deutsch-Abtiur-Thema vor über dreißig Jahren "Ordnung und Chaos, zwei Gefahren, die die Welt bedrohen", sprach Bürgermeister Meinhard Oberle von geordneten Beziehungen mit kreativen Elementen. "Sie haben die Realschule neu positioniert in der Stadt, Sie haben im musischen Bereich viele Akzente gesetzt. Wir haben aus dieser geordneten Beziehung viele Samen schöpfen können, dass auch Blumen aufgegangen sind. Und Blumen tragen bekanntlich Körner in sich, die Ihr Nachfolger nutzen kann", fasste er seinen Dank an Helmut Mink zusammen. "Katholisch getauft, ökumenisch geprägt", bedankte sich Pfarrer Walter Wettach auch im Namen seines katholischen Kollegen Günther Reinhold für sein Engagement als Religionslehrer, aber auch als Organist bei Schülergottesdiensten. In weiteren Grußworten von der Geschäftsführenden Schulleiterin Helga Dolisi, der Elternbeiratsvorsitzenden Martina Hartmann und der Schülersprecher Nadine Baur und Hartmut Raether wiederholte sich im Gleichklang das zuvor Gehörte. "Sie versuchten immer mit uns zusammen die Probleme zu lösen", so Nadine Baur. Und Helmut Mink selbst? Wie einst bei den Römern ein doppelgesichtiger Januskopf alle Stadttore als Gott des Eingang und des Ausgangs zierte, galt sein Blick zunächst zurück, auf seinen Arbeitsstil, sein Bildungsverständnis und der vom Geist eines christlichen Humanismus geprägten Antwort auf die Frage "Wie gehen wir miteinander um"? Sein Dank galt allen Wegbegleitern, vor allem auch im Schulamt Offenburg, die haben erkennen müssen "Wir sind als Realschule nur von der numerischen Größe bescheiden, ansonsten "Klein aber oho!" - der David unter den Goliats, so Mink selbstbewusst. Der Blick nach vorn galt den neuen Bildungsplänen, die in Baden-Württemberg eine Zäsur darstellten. Vieles sei zu begrüßen, kritisch setzte er sich mit dem Klassenteiler auseinander, der durch eine Herabsetzung von 34 auf 30 ganz sicher einen ungeheuer positiven Bildungseffekt gezeitigt hätte. Dass die finanziellen Mittel für die Fortbildung, gerade auch angesichts der Einführung neuer Lehrpläne drastisch gekürzt wurden, mache ihn sprachlos. Seinem Nachfolger Gebhard Glaser wünschte er eine gute Hand und zeigte sich überzeugt, dass er ruhig und solide das Schiff Realschule steuern wird und dasss ihm dazu ein homogenes Kollegium zur Seite steht.


V.l. Geschäftsführende Schulleiterin Helga Dolisi, Bürgermeister Meinhard Oberle, Schualmtsdirektor Joachim Schwab, Helmut Mink und Ehefrau Margitte, Pfarrer Walter Wettach und Elternbeiratsvorsitzende Martina Hartmann

Dass die Feier diesen festlichen Rahmen erhalten hatte, dafür hatten auch die Schüler selbst und die Lehrer mit einer gezielten und geschickten Auswahl an Musikstücken mit Bläsergruppe, Chor, Klarinetten und Saxophon und einer Schülerinnengruppe mit einem Tanz gesorgt, wobei das Lieblingsmusikstück ihres Rektors, die israelische Volksweise "Hava nagila - Haltet zusammen" natürlich nicht fehlte. Das gesamte Kollegium bedankte sich am Ende mit einem gemeinsamen Lied. Auf die Melodie "Heute hier morgen dort" klang ein bisschen Wehmut durch, wenn sie im Refrain sangen "Manchmal fällt es uns schwer, denn sein Platz wird nun leer"


Der Lehrerchor