Märchenerzähler gastierte in der Realschule

Bei der Klassen bis 7 der Realschule war kürzlich der Märchenerzähler Kurt Scholl aus Heidelberg zu Besuch. Mit seinen 76 Jahren brachte er es fertig, die drei Klassenstufen nacheinander im Zeichensaal ohne Mikrofon in freiem Vortrag mit seinen Märchen und ergänzenden Erklärungen und Deutungen zu unterhalten und zu faszinieren.

Kurt Scholl machte deutlich, dass er sei über 30 Jahren Märchen erzählt und dass ihn diese literarische Form nie mehr losgelassen hat, auch in seinem privaten Leben hätten ihm Märchen immer wieder weitergeholfen. Märchen seien so alt wie die Menschheit, haben seiner Meinung nach ihren Ursprung in den Träumen der Menschen und zeigen Entwicklungsübergänge im Leben der Menschen und die damit verbundenen Probleme, beispielsweise auch der Pubertät. Anhand konkreter Beispiele von "Sterntaler" bis "Frau Holle", aber auch "Der Gott der Armut" und eines chinesischen Märchens zeigte er Strukturen der Märchen auf, ihre Symbolik und ihre Beschreibung des Lebens in der Familie mit Sorgen, Ängsten und Widersprüchen, die es dabei gab und heute noch gibt. Es gelang ihm, seine Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und die Welt der Märchen lebendig werden zulassen.