Einführung von Herrn Glaser

In einer von Kollegium und Schülern sehr kreativ gestalteten Feier wurde der bisherige Konrektor der Rheinauer Realschule, Gebhard Glaser, in das Amt des neuen Rektors eingeführt.

Den im Stellenprofil gewünschten und vom Amtsvorgänger Helmut Mink geprägten Führungsstil, der gekennzeichnet ist durch ein Klima des Vertrauens, der Offenheit und der gegenseitigen Anerkennung, sieht das Kollegium mit dem neuen Chef Gebhard Glaser mehr als gewährleistet, wie Christel Göttlich bereits bei der Begrüßung für das Kollegium deutlich machte: "Wir kennen Sie schon lange und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen".

Mit ein paar Gedanken zur Schule begleitete der leitende Schulamtsdirektor Bernhard Peschke die Amtseinführung. Die mit Stirnrunzeln gestellte Frage "Was wird die Zukunft bringen?" müsse ersetzt werden durch eine andere Frage, nämlich "Was müssen wir in der Gegenwart tun, damit aus der Zukunft was wird?" Sorgenvolles Stirnrunzeln sei nicht geeignet um an der Zukunft zu bauen. Kinder und Jugendliche gewinnen Lebenszuversicht, wenn sie erkennen, dass sie auf ein gelingenden Erwachsenenleben vorbereitet werden. Dieser Gedanke müsse für alle Lehrer sichtbar bleiben. Gebhard Glaser wisse dies. Nach 14 Jahren erfolgreicher Tätigkeit an dieser Schule sei er nun als Schulleiter Lehrer für die Kinder und Jugendlichen, Kooperationspartner für die Eltern, müsse zusammenarbeiten mit dem Schulträger, den Vorgesetzten und dem Kollegium. Den bei der Feier anwesenden Jugendlichen konnte er ihren neuen Rektor als ehemaligen Jugendleiter im Sportverein und als aktiven Politik-Mitgestalter geradezu als Vorbild empfehlen. Zur Zusammenarbeit mit dem Schulträger gab er den Rat, "mit Augenmaß, aber auch mit Ausdauer" die Interessen der Schüler zu vertreten. Dass es mit der Kooperation innerhalb der Schule gut stehe, haben die einführenden Worte von Christel Göttlich gezeigt, als Rat gab er dennoch allen anwesenden mit auf den Weg: "Halten Sie alle jederzeit die Meinung der anderen für möglich", dann sei Demokratie nicht so schwer.

Vertrauen war auch das Thema von Bürgermeister Meinhard Oberle. Es gelte bei allen Problemen die auf diesem Land liegende dicke fette Angstblase zu überwinden. Der jungen Generation wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu geben, sei eine der Schlüsselaufgaben. Dazu wünsche er dem neuen Rektor alles Gute im neuen Amt.

Grußworte von der geschäftsführenden Schulleiterin der Rheinauer Schulen Helga Dolisi, Pfarrer Walter Wettach und der Elternbeiratsvorsitzenden Martina Hartmann schlossen sich den Wünschen an, und selbst die SMV, die Schülermitverwaltung hatte für ihren neuen Rektor eine Überraschung: "Da unsere Schule modern ist und Sie auch nicht von gestern, überreichen wir Ihnen kein Zepter, sondern einen Joystick". Und wenn er einmal besonders genervt sei, dürfe er sich damit auch auf dem SMV-Computer "abreagieren".

"Ich werde mich mit großem Engagement bemühen, dem mir gewährten Vertrauensvorschuss gerecht zu werden", begann Gebhard Glaser seinen Ausblick. Der mit diesem Schuljahr eingeführte neue Bildungsplan sehe vor, besonders die über Fachkompetenzen hinausgehenden überfachlichen Kompetenzen zu stärken und die jungen Menschen auch in der Entfaltung und Stärkung ihrer ganzen Person zu fördern. Etwas, das verantwortungsbewusste Lehrer schon immer im Blick hatten. Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Kooperationsfährigkeit, Förderung des Selbständigen Lernens und des vernetzten Denkens haben Einzug in den Lehrplan gehalten. Glücklich sei er darüber, dass er in dieser Lehrplankommission habe mitarbeiten dürfen. Die Rheinauer Realschule habe sich aktiv an der Erprobung des Lehrplanes beteiligt und etliche Anregungen aus Rheinau seien in den Lehrplan eingeflossen. Durch den jetzt geschaffenen größeren Freiraum für die einzelnen Schulen habe die Realschule Rheinau ihre eigenen Schwerpunkte setzen können. Zum durch die geografische Lage bestimmten verstärkten Französischunterricht kommen in Rheinau als weitere Schwerpunkte die intensive Hinführung zu den modernen Medien, die Stärkung der Sozialkompetenz, die Vermittlung von Methodenkompetenz sowie die Berufsorientierung und Zusammenarbeit mit den Betrieben dazu. Außerdem habe die Realschule gemeinsam mit der Hauptschule ein Arbeitsgruppe gebildet und erste konzeptionelle Überlegungen zu "Ganztagesangeboten" und der Möglichkeit eines Mittagstisches am Schulstandort Freistett angestellt.

Sein Dank galt seinem Amtsvorgänger Helmut Mink, der ihn an die Aufgabe heranführte und in vielen Bereichen für ihn Vorbild sei. "Ich habe gerne die Schulleitungsaufgabe in unserer kleinen lebendigen Schule übernommen". Kein Zweifel, dass neben den Kollegen auch die Schüler ihn gerne angenommen haben. Unterstrichen haben sie dies mit einem Instrumentalmusikstück, mit einem Tanz, und zwei Liedern. Mit dem Song auf die Melodie von "Ein Mann der sich Kolumbus nennt" zeigten sie sich besonders kreativ und besangen unter anderem auch die Tätigkeit ihres neuen Rektors als Ortsvorsteher von Fautenbach: "Er ist nicht nur bei uns der King, auch anderswo dreht er sein Ding. Er hält das ganze Dorf in Schach, der "Bürger King" von Fautenbach."